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Stiftung Warentest testet Fonds der Riester-Produkte ohne Berücksichtigung kontroverser Unternehmen

Stiftung Warentest Testet Fonds Der Riester-Produkte Ohne Berücksichtigung Kontroverser Unternehmen

Bild: © n.v. - Stiftung Warentest

Heftstapel der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest bietet regelmäßig Tests zu Riesterpolicen an. Sie hat auch einen Riester-Optimierer entwickelt, für den 1.800 Fonds analysiert werden und mit dem KundInnen eine bessere Auswahl der Fonds für fondsgebundenen Riesterprodukte treffen können.

Im Mai wurden nun die Fonds von 77 Riesterrenten-Produkten hinsichtlich ihrer Renditen betrachtet. In ihrem Artikel („Riester Fondspolicen: Durch Fondswechsel mehr herausholen“) weist die Stiftung Warentest darauf hin, dass kaum ein Versicherer seinen Kunden mitteile, welche seiner Fonds, aus denen sich das Riester-Produkt zusammensetzt, die guten seien. Als „gut“ definiert die Stiftung Warentest  hier aber lediglich einen Fonds, der eine hohe Rendite einbringt. Die Unternehmen, in die die Fonds investieren, werden nicht weiter betrachtet.

Unter den Fonds, die für die „Optimierung“ empfohlen werden, befindet sich daher auch lediglich einer, der eine nachhaltige Ausrichtung hat. Andere der empfohlenen Fonds investieren dagegen mehr als 20% ihres Volumens in kontroverse Unternehmen.

128 Unternehmen, die der Bewertung im Projekt Faire Rente zugrunde liegen, sind in diesen empfohlenen Fonds enthalten. Die Beteiligungen der empfohlenen Fonds an diesen Unternehmen belaufen sich auf fast 8 Mrd. Euro. Am meisten Geld ist in Alphabet (insg. 900 Mio. €), Apple (insg. 775 Mio. €) und Johnson&Johnson (insg. 400 Mio. €) investiert.

Besonders auffällig ist die Anzahl der Rüstungsunternehmen, in die die empfohlenen Fonds investiert sind. In den Fonds finden sich Beteiligungen an 25 verschiedenen Rüstungsherstellern, darunter der seit Jahren größte Rüstungskonzern Lockheed Martin, viele Atomwaffenhersteller (BAE Systems, Safran oder Fluor), sowie Textron und General Dynamics, die der Norwegische Pensionsfonds noch immer wegen der Produktion von Streumunition ausgeschlossen hat. Auch Rheinmetall und Airbus sind in den Fonds enthalten.

Darüber hinaus gibt es eine große Überschneidung zu den Unternehmen, die Facing Finance im Dirty Profits 6 Bericht untersucht hat. 6 der 10 Rohstoffunternehmen sind in den Fonds zu finden, darüber hinaus viele weitere, die frühere Ausgaben des Dirty Profits Bericht abgedeckt haben.

Weitere „Schmuckstücke“: FreeportMcMoRan, G4S, Tepco, Deutsche Bank, Monsanto etc.

Es ist bedauerlich, dass die renommierte Stiftung Warentest für die ökologische und soziale Ausrichtung der Anbieter, Produkte und Fonds nicht einen Satz erübrigen kann und eine Reihe von Fonds empfiehlt, mit denen die KundInnen eines Riester-Produkts in Rüstung, Bergbau oder Pharma investieren. Die KundInnen sollten sich dagegen fragen, ob sie möchten, dass ihre Riesterrente von Rüstung, Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutung, Korruption, Umwelt- und Klimazerstörung profitiert.

Und schließlich ist der Gesetzgeber gefragt: Wie dieser Test der Stiftung Warentest zeigt, sind Investitionen der Riester-Fonds in kontroverse Unternehmen der absolute Normalfall. Um zum einen die KundInnen vor unerwünschten Beteiligungen an Rüstung, Kinderarbeit und Klimazerstörung zu schützen und zum anderen die eigenen internationalen Verpflichtungen einzuhalten, müssen Bundesregierung und Bundestag die Zertifizierung der Riesterprodukte an verbindliche gesetzliche Mindeststandards koppeln.

Bitte unterstützen Sie uns mit dieser Forderung!

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