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forsa-Umfrage unter Arbeitnehmer*innen zur betrieblichen Altersvorsorge

Forsa-Umfrage Unter Arbeitnehmer*innen Zur Betrieblichen Altersvorsorge

Bild: © n.v.

Deckblatt der forsa-Umfrage im Auftrag von Faoing Finance e.V.

Facing Finance beauftragte forsa, eine repräsentative Umfrage unter Arbeitnehmer*innen durchzuführen. Wir wollten wissen, ob und welche nachhaltigen Kriterien den Arbeitnehmer*innen bei der Anlage ihrer Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge wichtig sind.

Die Ergebnisse zeigen, dass 69% der Befragten nicht wissen, ob ihr Anbieter bei der Anlage der Beiträge für die Betriebsrente überhaupt Kriterien zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (sogenannte ESG-Kriterien) berücksichtigt. Die Umfrage zeigt auch, dass fast alle Befragten (92%) der Meinung sind, dass Versicherungsnehmer der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) über die Anlage-Kriterien ihres Anbieters informiert werden sollten. Mehrheitlich (54%) wünschen sich die Befragten von ihren Anbietern, sowohl vorvertraglich als auch während der Laufzeit über Neuerungen oder Änderungen dieser Kriterien informiert zu werden.

Fast der Hälfte der Befragten (47%) ist es sehr wichtig bzw. eher wichtig, dass ESG-Kriterien bei der Anlage der Beiträge tatsächlich berücksichtigt werden. Eine diesbezügliche gesetzliche Regelung wünschen sich 67% der Befragten. In ähnlicher Größenordnung (65%) sprechen sich die befragten Versicherten für einen Anleger-Beirat und für mehr Mitsprache bei der Festlegung der generellen Anlagestrategien aus. 40 Prozent sind der Meinung, dass dieser Beirat auch bei einzelnen Anlage-Entscheidungen einbezogen werden sollte. Versuche seitens der Zivilgesellschaft diesbezügliche Regelungen in der neuen EU-Direktive für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung („EbAV 2“) zu verankern, scheiterten am Widerstand der EU-Kommission bzw. der EU Mitgliedsstaaten. Damit enthält auch die gerade in Kraft getretene gesetzliche Regelung zur Umsetzung der EbAV 2-Richtlinie in Deutschland keine Bestimmungen zur Partizipation der Versicherten.

Für 78% der Befragten sollten die Hersteller von Landminen und Streumunition von Investitionen ausgeschlossen werden, dicht gefolgt von Atomwaffen, Rüstungsexporten und Rüstungsproduktion generell. Damit steht die Rüstungsbranche nach wie vor ganz oben auf der Ausschlussliste der Versicherten. Ebenso deutlich lehnen 69% der Befragten Investments in klima- und umweltschädliche Produktionsverfahren ab.

Die größte Ablehnung (88%) aber erfahren Investments in Geschäftsmodelle, die von Kinderarbeit profitieren, gefolgt von 84% für Investments in Menschenrechtsverletzungen. Auch Korruption und Bestechung (83%) und die Zerstörung von (Ur-) Wäldern und Naturräumen sollten nach Meinung der Befragten dazu führen, dass nicht mehr in die dafür verantwortlichen Unternehmen investiert wird. Nur 2% der Befragten wollen keinerlei Ausschlusskriterien.

Damit hat sich gezeigt, dass die Versicherten mehrheitlich eine nachhaltig ausgerichtete betriebliche Altersvorsorge wollen, die Anbieter jedoch weiterhin Umwelt- und Sozialrisiken wie die Zerstörung von Lebensräumen und Menschenrechtsverstöße ignorieren.

 

Die Ergebnisse der Umfrage können hier abgerufen werden.

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