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Hintergrund

Wiederholt belegen aktuelle Recherchen, dass Finanzdienstleister (Versicherungen, Investmentgesellschaften, Anbieter betrieblicher Altersvorsorge und Banken) über ihre Beteiligungen an Unternehmen von diesen und ihren entwicklungshemmenden, umwelt- und klimaschädlichen bzw. menschenrechtlich höchst problematischen Geschäftsmethoden profitieren, die zu Armut, Flucht und Umweltzerstörungen beitragen, insbesondere im Hinblick auf den globalen Süden.

[BEDEUTUNG FONDS]

So finden sich z.B. die größten klimaschädlichen CO-2 Emittenten aus der fossilen Energiebranche (Chevron, Shell, Gazprom, Coal India, etc. ) in nahezu allen Portfolios deutscher und internationaler Fondsanbieter, aber auch Beteiligungen an Rüstungsfirmen (AIRBUS/MBDA, Rheinmetall, Lockheed Martin etc.), die an Staaten (Saudi Arabien etc.), die aktuell gegen den Jemen Krieg führen, Waffen liefern und somit die laut UNO gegenwärtig größte humanitäre Katastrophe mit zu verantworten haben.

Die Zusammensetzung der Fondsportfolios wird dabei selten näher in Augenschein genommen. So sind sich viele Menschen, die privat, betrieblich oder staatlich gefördert für ihre Rente vorsorgen wollen, nicht darüber im Klaren, wie die Rendite ihrer Vorsorgeprodukte erwirtschaftet wird. Fast ausschließlich entscheiden die jeweiligen Anbieter, also Versicherungsunternehmen, Banken, Pensionskassen und Fondsgesellschaften, wie das Geld investiert wird. Sie bewegen Milliardensummen – und allzu oft geht Rendite über alles. Die Anlagekriterien der KundInnen selbst werden zumeist nicht abgefragt. Doch so manche Rentenkundin will sich nicht nur an der Rendite sondern auch an ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien orientieren.

Auf die Bezeichnung „grün“ oder „nachhaltig“ eines Rentenprodukts können sich SparerInnen jedoch häufig nicht verlassen. Viele Fonds haben zwar mittlerweile Anlagekriterien, mit denen sie ihre Produkte bewerben, doch eine genauere Analyse zeigt häufig, dass zahlreiche Produkte, die mit Nachhaltigkeit werben, maximal „hellgrün“ sind.  Nahezu jeder Fonds-Anbieter hat sich mit seinen Investitionen unterschiedliche nachhaltige Ziele gesetzt. Hierdurch steigt gleichzeitig der Bedarf nach Beratung, Information und Transparenz. Bislang gibt es für AnlegerInnen keine standardisierten Informationen in Bezug auf Nachhaltigkeitskriterien.

Mit der Frage „…was macht eigentlich meine Bank/meine Versicherung/meine Pensionskasse bei meiner Altersvorsorge mit meinem Geld?“ will das Projekt dazu motivieren, genauer hinzusehen, kritischer nachzufragen und ggf. nach Alternativen zu suchen. Es soll gezeigt werden, wie durch eine unreflektierte Geldanlage bzw. ein unkritisches Konsumentenverhalten Profite erzielt werden, die auf besonders rücksichtslosem und unethischem Handeln basieren und dabei häufig gegen international akzeptierte soziale und ökologische Normen und Standards verstoßen.

[DESHALB FONDSDATENBANK]

Bitte beachten Sie: Diese Webseite dient nicht dazu, das eine Produkt zu empfehlen oder von einem anderen abzuraten. Die Entscheidung über den Abschluss eines Vertrags liegt nur bei Ihnen und daher sollten Sie sich zu den Kosten, den Chancen sowie den Risiken eines Produktes genau erkundigen.

Die Frage, woher die Rendite kommt, die Investmentfonds erwirtschaften, wird selten gestellt, und oft kann nicht ausgeschlossen werden, dass es Beteiligungen an kontroversen Unternehmen sind, die zum finanziellen Profit beitragen. Unsere Fonds-Datenbank analysiert deshalb über 2.000 Fonds der vier größten Deutschen Anbieter, die Beteiligungen an Unternehmen, welche Verletzungen ein oder mehrerer ESG-Kriterien [    LINK   ] aufweisen. Diese Verletzungen sind vielfältig und beinhalten Korruptionsfälle, Finanzdelikte, Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte, sowie Umwelt- und Klimazerstörung. Bei der Auswahl Ihrer Investmentfonds sollten Sie darum genau darauf achten, nicht indirekt diese kritischen Unternehmenspraktiken zu unterstützen.

Der Gesetzgeber sieht bei der Auswahl des Fondsportfolios keine verbindliche Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Standards (ESG-Kriterien) vor. Somit können die FondsmanagerInnen jegliche Unternehmen auswählen, auch die, die zum Beispiel für Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörung verantwortlich sind oder mit der Produktion kontroverser Waffen ihr Geld verdienen. Der Fonds profitiert davon, und Sie als KundIn auch.

Einen Anhaltspunkt zur Einhaltung von ESG-Kriterien bieten freiwillige Nachhaltigkeitsrichtlinien der Vermögensverwalter oder Fonds selbst. Die KundInnen werden jedoch oft mit vagen Aussagen im Unklaren gelassen, da es keine standardisierten Bestimmungen gibt, was diese Richtlinien konkret beinhalten und wie darüber berichtet werden soll.

Mit unserer Initiative wollen wir zu mehr Transparenz von Investmentfonds beitragen und haben darum die Portfolios von über 2.000 Fonds auf Beteiligungen an kontroversen Unternehmen überprüft, darunter auch solche, die mit einem FNG-Siegel ausgezeichnet wurden. Die genaue Vorgehensweise können Sie unter Methodik einsehen.

Umweltkatastrophe im Golf von Mexico: Nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon von BP wird schwimmendes Öl auf dem Wasser abgefackelt. (c) Coast Guard Foto von Petty Officer First Class John Masson.
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