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Methodik

Der deutsche Fondsverband BVI veröffentlicht jedes Quartal eine Investmentstatistik offener Publikumsfonds und der Gesellschaften, die diese Fonds anbieten. Insgesamt verwalteten diese Anbieter demnach zum Dezember 2018 ein Netto-Fondsvermögen von 875,3 Milliarden Euro. Auf die Gruppen der Allianz Asset Management, der DekaBank, der DWS und Union Investment fielen 71,1% bzw. 622,8 Milliarden Euro:

  • Allianz Asset Management Gruppe: 15,7% – 137,8 Mrd. Euro
  • DekaBank Gruppe: 14,0% – 122,1 Mrd. Euro
  • DWS Gruppe: 25,9% – 226,8 Mrd. Euro
  • Union Investment Gruppe: 15,5% – 136,12 Mrd. Euro

Wir haben daher die Fonds, die auf den Webseiten dieser vier Anbieter gelistet sind, ausgewählt (Allianz, Deka, DWS, Union Investment) und ihre Portfolios (soweit in Lipper for Investment Management abrufbar) überprüft. Zusätzlich wurden alle 65 bis Ende 2018 mit einem FNG-Siegel ausgezeichneten Fonds in unsere Analyse mit aufgenommen.

 

Diese Fonds investieren in Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen, Derivate, andere Investmentfonds etc., wobei ihr Volumen zwischen 70.000 Euro und 21 Milliarden Euro liegt. Die Zusammensetzung der Portfolios wird wie folgt bewertet:

Für die Bewertung der Fonds war nicht deren finanzielle Entwicklung relevant, sondern deren Zusammensetzung, da viele Fonds in Unternehmen investieren, die Gewinn auf Kosten des Klimas oder von Menschenrechtsverletzungen machen. Demnach wurden die Portfolios nach Aktienbeteiligungen und Anleihenbesitz an rund 320 ausgewählten kontroversen Unternehmen untersucht. Die Portfolios der Fonds datieren ab Juni 2015 bis Mai 2019.

Die Auswahl der kontroversen Unternehmen beruht auf Bewertungen von fünf externen Analysen:

  1. Sustainalytics: die Rating-Agentur bewertet u. a. soziale und ökologische Vorfälle rund um mindestens 12.000 Unternehmen. Wir haben hier die Unternehmen berücksichtigt, die in die schwerwiegendsten Vorfälle verwickelt waren und deshalb von Sustainalytics mit der Kategorie 4 oder 5 bewertet wurden (Stand: November 2017).
  2. Der Norwegische Pensionsfonds: der größte staatliche Pensionsfonds der Welt berücksichtigt bei der Verwaltung seines Vermögens auch soziale und ökologische Kriterien, auf deren Basis bereits eine Vielzahl von Unternehmen ausgeschlossen wurden (Stand: 30.05.2019).
  3. Carbon Majors“: 2013 veröffentlichte Richard Heede eine Studie mit dem Titel „Tracing anthropogenic carbon dioxide and methane emissions to fossil fuel and cement producers, 1854-2010“. Darin untersucht er die Menge an Treibhausgasen, die Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte emittiert haben. Für die vorliegende Bewertung wurden die Top-10-Emittenten von Treibhausgasen berücksichtigt.
  4. Sipri (2018): Das Stockholmer internationale Friedensforschungsinstitut veröffentlicht jährlich eine Liste der 100 größten Rüstungsproduzenten, die im Falle von Börsennotierung berücksichtigt wurden.
  5. RepRisk: Die Schweizer Agentur bewertet die sozialen und ökologischen Reputationsrisiken von Unternehmen. Eine jährliche Publikation dokumentiert die jeweils 10 kontroversesten Unternehmen weltweit (Top Controversial Companies  20162017 und 2018).

Die Portfolios der Investmentfonds, also welche Unternehmen sich darin befinden, haben wir über die Datenbank Lipper for Investment Management abgerufen (Stand: Mai 2019).

Die Cerrejón Steinkohlemine im Tagebau, ein Joint Venture von Glencore, BHP Billiton und Anglo American (c) Hour.poing
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