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Methodik

„Rente gut, alles gut?!“ Aufgrund eines sinkenden Rentenniveaus wird es immer wichtiger, privat für das Alter vorzusorgen. Ein Mittel dafür ist die staatlich geförderte Riesterrente – ein Instrument, das 2002 nach einer Rentenreform von dem damaligen Arbeitsminister Walter Riester eingeführt wurde. Attraktiv an diesem Produkt ist die staatliche Förderung: Die Kunden erhalten jedes Jahr eine staatliche Zuzahlung und können darüber hinaus ihre Beiträge als Sonderausgabe steuerlich geltend machen, also von der Steuer absetzen.

Zu den verschiedenen Riesterprodukten zählen auch fondsgebundene Riesterrenten und Fondssparpläne. Diese Produkte beruhen auf Investmentfonds, die vom Anbieter (Fondssparpläne) oder auch vom Kunden (fondsgebundene Riesterrenten) selbst ausgewählt werden. Je nach Zusammensetzung und Erfolg dieser Fonds erwartet die Kunden eine höhere Rendite und damit zu Rentenbeginn eine höhere Auszahlung. 3,1 Millionen Kunden (von insgesamt 16 Millionen Riesterrente-Verträgen) haben einen solchen Vertrag abgeschlossen.

Doch die staatliche Förderung dieser privaten Altersvorsorge steht zum Teil im Widerspruch zu ökologischen oder sozialen Zielen und Verpflichtungen Deutschlands sowie der internationalen Gemeinschaft, z. B. der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den nachhaltigen Entwicklungszielen der UN oder dem Pariser Klimaabkommen. Viele Menschen in Deutschland sprechen sich laut Umfragen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit finanziellen Ressourcen aus, werden aber zu häufig nicht darüber informiert, wie mit ihrem Geld umgegangen wird. Sie wollen nicht von Umwelt-, Klimazerstörung oder Menschenrechtsverletzungen profitieren.

Deshalb bietet diese Seite Informationen über die Zusammensetzung Ihrer bestehenden oder zukünftigen Riester-Rente.

Bitte beachten Sie: Diese Webseite dient nicht dazu, das eine Produkt zu empfehlen oder von einem anderen abzuraten. Die Entscheidung über den Abschluss eines Vertrags liegt nur bei Ihnen und daher sollten Sie sich zu den Kosten, den Chancen sowie den Risiken eines Produktes genau erkundigen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) veröffentlicht jedes Jahr eine Liste der „Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds unter Bundesaufsicht mit Geschäftstätigkeit“. 2014 umfasste diese Liste 87 Lebensversicherer und den Bruttobeiträgen ihrer Kundinnen, die sich auf annähernd 90 Milliarden Euro beliefen.

Daraus haben wir die Versicherer mit den 50 größten Bruttobeiträgen ihrer KundInnen ausgewählt – diese wiederum weisen bereits Beiträge in Höhe von 86,2 Milliarden Euro auf. Nicht alle der ausgewiesenen Versicherungsunternehmen bieten Riesterprodukte an, die auf Fonds basieren: Nur bei 26 der Versicherungsunternehmen haben wir ein fondsbasiertes Riesterprodukt gefunden.

Weitere Versicherungen haben wir auf Basis von Angaben der Stiftung Warentest ausgewählt („Sieben Wege zum Ziel“, Finanztest 10/2015 und „Turbo für die Riester-Rente“, Finanztest 4/2014). Darüber hinaus haben wir die Angebote von 13 Alternativ- und Kirchenbanken analysiert und somit insgesamt 37 fondsbasierte und 8 Fondssparpläne untersucht.

Eine Übersicht dazu finden Sie hier (Stand: März 2016).

Die besagten Produkte greifen auf Investmentfonds zurück, wobei der Anbieter bereits eine Vorauswahl aus den am deutschen Markt zugelassenen Fonds trifft. Bei einigen Produkten kann der Kunde diese Auswahl, entsprechend seiner Anlagekriterien, verfeinern. Diese Informationen haben wir größtenteils den Webseiten der Anbieter selbst entnommen und durch Informationen einzelner Berater der Anbieter ergänzt.

Wir haben insgesamt mehr als 1.000 Investmentfonds identifiziert (1.056, Stand: Februar/März 2016), die durch Anbieter von Riesterprodukten verwendet werden und ihre Portfolios in der Wirtschaftsdatenbank von Bloomberg Professional abgerufen. Sie investieren in Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen, Derivate, andere Investmentfonds etc., wobei ihr Volumen zwischen 70.000 Euro und 21 Milliarden Euro liegt.

Für die Bewertung der Fonds war nicht deren finanzielle Entwicklung relevant, sondern deren Zusammensetzung, da viele Fonds in Unternehmen investieren, die Gewinn auf Kosten des Klimas oder von Menschenrechtsverletzungen machen. Demnach wurden die Portfolios nach Aktienbeteiligungen und Anleihenbesitz an rund 250 ausgewählten kontroversen Unternehmen untersucht. Die Portfolios der Fonds datieren ab Juni 2015 bis Oktober 2016.

 

Unternehmen aus „Dirty Profits“-Berichten 1 bis 4, die sich nicht unter den ausgewählten 250 Unternehmen befinden

Bei der Auswahl der kontroversen Unternehmen sind nicht alle relevanten Unternehmen erfasst. So haben wir z. B. in unseren „Dirty Profits“-Berichten folgende Unternehmen und ihre Normverstöße dokumentiert, die jedoch von den in der Methodik genannten externen Bewertungsquellen nicht berücksichtig wurden:

Dirty Profits 1: Alpha Natural Resources, Anadarko, Anglo American, Coca Cola, Drummond, Flextronics, H&M, Paladin, Wilmar

Dirty Profits 2: adidas, AngloGold Ashanti, Arch Coal, Areva, Bolloré, Golden Agri Resources, Jabil Circuit, Jindal Steel&Power, LPP, Newmont Mining, Trafigura, VF                                             

Dirty Profits 3: Andritz, Bumitama, Cargill, Gap, Goldcorp, Hyuandai Motor, RWE, Saudi Aramco, SodaStream, Vattenfall                                                                     

Dirty Profits 4: China Gold International Resources, Heidelberg Cement, Inditex, Pfizer,Total, Verizon

Die Auswahl der kontroversen Unternehmen beruht auf Bewertungen von fünf externen Analysen:

  1. Sustainalytics: die Rating-Agentur bewertet u. a. soziale und ökologische Vorfälle rund um mindestens 12.000 Unternehmen. Wir haben hier die Unternehmen berücksichtigt, die in die schwerwiegendsten Vorfälle verwickelt waren und deshalb von Sustainalytics mit der Kategorie 4 oder 5 bewertet wurden (Stand: August 2017).
  2. Der Norwegische Pensionsfonds: der größte staatliche Pensionsfonds der Welt berücksichtigt bei der Verwaltung seines Vermögens auch soziale und ökologische Kriterien, auf deren Basis bereits eine Vielzahl von Unternehmen ausgeschlossen wurden (Stand: 30.7.2017).
  3. Carbon Majors“: 2013 veröffentlichte Richard Heede eine Studie mit dem Titel „Tracing anthropogenic carbon dioxide and methane emissions to fossil fuel and cement producers, 1854-2010“. Darin untersucht er die Menge an Treibhausgasen, die Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte emittiert haben. Für die vorliegende Bewertung wurden die Top-10-Emittenten von Treibhausgasen berücksichtigt.
  4. Sipri (2015): Das Stockholmer internationale Friedensforschungsinstitut veröffentlicht jährlich eine Liste der 100 größten Rüstungsproduzenten, die im Falle von Börsennotierung berücksichtigt wurden.
  5. RepRisk: Die Schweizer Agentur bewertet die sozialen und ökologischen Reputationsrisiken von Unternehmen. Eine jährliche Publikation dokumentiert die jeweils 10 kontroversesten Unternehmen weltweit (Top Controversial Companies 2014, 2015 und 2016).

Die Portfolios der Investmentfonds haben wir über die Wirtschaftsdatenbank Bloomberg Professional abgerufen (Stand: März 2016).

Die Cerrejón Steinkohlemine im Tagebau, ein Joint Venture von Glencore, BHP Billiton und Anglo American (c) Hour.poing
Die Cerrejón Steinkohlemine im Tagebau, ein Joint Venture von Glencore, BHP Billiton und Anglo American (c) Hour.poing
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